Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute

Ein Archiv früherer Gottesdienste finden Sie hier.

2. Sonntag nach Epiphanias – 17. Januar 2021

Weil es derzeit nicht möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern –

hier für Sie der aktuelle Lesegottesdienst – mit herzlichen Grüßen Ihr Pfarrer Sebastian Voß.

 

Die Musik für diesen Gottesdienst wurde eingespielt von Manuel Wunsch (EG 66 und EG 555) und Rita Hesse-Brand (EG 599 und EG 626) – vielen herzlichen Dank dafür!

 

Die Texte der Lieder finden Sie hier im Download:

 

 

 

Eröffnung des Gottesdienstes

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! 

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem HERRN,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Lesegottesdienst – schön, dass Sie da sind.

 

Wieder feiern wir alle Gottesdienst von zuhause aus.

Gemeinsame Gottesdienste in den Kirchen sind auch in unserer Gemeinde

in den kommenden Wochen nicht möglich.

 

Viele fragen sich: Wann hört das endlich auf?

Es braucht noch Geduld – die möge Gott uns schenken.

Vielleicht auch dadurch, dass wir uns jetzt Zeit nehmen

für den Traum von Gottes neuer Welt, den Jesus lebt.

Wir bereiten uns vor auf die Freude, die Gottes Nähe in der Welt schenkt.

Dazu segne Gott uns diesen Gottesdienst.

Amen.

 

 

Lied EG 66 Jesus ist kommen

EG 66,1-2 Jesus ist kommen MW.mp3
MP3-Audiodatei [1.3 MB]

 

 

Lesung Johannesevangelium 2,1-11 Die Hochzeit in Kana (Text: BasisBibel)

1 Am dritten Tag

fand in Kana in Galiläa

eine Hochzeit statt.

Auch die Mutter von Jesus nahm daran teil.

2 Jesus und seine Jünger waren ebenfalls

zur Hochzeitsfeier eingeladen.

3 Während des Festes ging der Wein aus.

Da sagte die Mutter von Jesus zu ihm:

»Sie haben keinen Wein mehr!«

4 Jesus antwortete ihr:

»Was willst du von mir, Frau?

Meine Stunde ist noch nicht gekommen.«

5 Doch seine Mutter sagte zu den Dienern:

»Tut alles, was er euch sagt!«

6 Dort gab es auch sechs große Wasserkrüge aus Stein.

Die Juden benötigten sie,

um sich zu reinigen.

Jeder Krug fasste zwei bis drei Eimer.

7 Jesus sagte zu den Dienern:

»Füllt die Krüge mit Wasser.«

Die füllten sie bis zum Rand.

8 Dann sagte er zu ihnen:

»Schöpft jetzt etwas heraus

und bringt es dem Festmeister.«

Sie brachten es ihm.

9 Als der Festmeister einen Schluck davon trank,

war das Wasser zu Wein geworden.

Er wusste natürlich nicht,

woher der Wein kam.

Aber die Diener,

die das Wasser geschöpft hatten,

wussten Bescheid.

Da rief der Festmeister den Bräutigam zu sich

10 und sagte zu ihm:

»Jeder andere schenkt zuerst den guten Wein aus.

Und wenn die Gäste dann angetrunken sind,

folgt der weniger gute.

Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.«

11 Das war das erste Zeichen.

Jesus vollbrachte es in Kana in Galiläa.

Er machte damit seine Herrlichkeit sichtbar

und seine Jünger glaubten an ihn.

 

 

 

Lied EG 626 Freude, die überfließt

EG 626 Freude die überfließt.mp3
MP3-Audiodatei [1.6 MB]

 

 

Predigt

„Die Hochzeit in Kana“ – ich mag die Geschichte.

Und nicht nur ich.

In den letzten Jahren hatte ich einen Konfirmanden,

der erzählte mir, dass dieses seine Lieblingsgeschichte von Jesus sei:

„Weil da am Ende alle besoffen sind!“

Auch das kann offensichtlich das Ergebnis eines Wunders sein!

 

Ich mag aber auch etwas anderes daran.

Ich finde dieses Wunder einerseits so herrlich „nutzlos“.

Jesus macht hier ja nicht 5000 Menschen satt –

Jesus heilt hier keinen Kranken – oder erweckt gar Tote.

Dass Jesus Wasser in Wein verwandelt – und damit die Party rettet –

das ist sicher schön für die Gäste –

aber was hat das für einen tieferen Sinn?

 

Andererseits merke ich bei dieser Geschichte –

noch deutlicher als bei anderen Wundergeschichten –

wozu Wunder eigentlich passieren.

Wovon Wunder eigentlich erzählen wollen:

Wo Gott unter den Menschen ist, da durchdringt etwas Neues die Menschen.

Wie auf der Hochzeit die Fröhlichkeit die Menschen durchdringt,

so soll das, was durch Gott in die Welt kommt, die Menschen durchdringen.

Davon erzählt schon Weihnachten, der Anfang der Geschichte Jesu:

Abgeranzte Hirten werden plötzlich zu Freudenboten werden,

weil sie in einem Kind armer Leute den Retter der Welt erkennen.

So verändern sich die Dinge, wo Gott unter den Menschen ist.

Schon das ist ein Zeichen dafür, wie groß Gottes Liebe zu uns ist.

 

Und jetzt eben eine Hochzeit:

Die Fröhlichkeit, die einen solchen Tag prägt,

die lässt einen andere Dinge tun als sonst.

Die Menschen lachen, sie tanzen – sie vertragen sich vielleicht sogar.

Und Jesus hilft, dass diese Fröhlichkeit weiter geht.

Indem aus Wasser bester Wein wird.

So verändern sich die Dinge, wo Gott unter den Menschen ist.

Ein Zeichen dafür, wie groß Gottes Liebe zu uns ist.

Und wie wirklich diese Liebe in unserer Welt werden soll.

So wirklich, wie Jesus.

 

Jesus ist Gott mit Hand und Fuß und Kopf und Herz in unserer Welt.

Jesus bringt Gott in die Welt – und das ist eigentlich unmöglich.

Gott und „Welt“ stehen sich gegenüber, aber gehen nie ineinander auf –

das ist ein wichtiger Grundsatz auch im Glauben.

Doch Jesus bringt Gott in die Welt – das ist das eigentliche Wunder.

Gott ist in dieser Welt – oder anders gesagt:

Diese Welt ist nicht gott-los.

Und das ist doch wirklich ein schöner, ein guter Gedanke.

Von solcher Erfahrung lebt der Glaube.

Aus solcher Erfahrung wächst Vertrauen – zu Christus – zu Gott.

Momente, wenn wir spüren: Diese Welt ist nicht gott-los.

Ein Gedanke, der mich froh macht.

Ein Gedanke, der alle Menschen froh machen soll.

 

Schön, dass wir genau diese Geschichte in diesen Tagen hören sollen.

Ja, „Die Hochzeit in Kana“ erzählt von etwas,

was bei uns derzeit überhaupt nicht geht.

Wie viele Feiern sind im letzten Jahr abgesagt worden?

Wie viele Tränen sind deshalb geflossen?

Und ob es in diesem Jahr wirklich besser wird, wissen wir auch nicht.

Unser Leben ist „wenig festlich“ in diesen Tagen.

Fröhliche Gemeinschaft ist gerade nicht angesagt.

Es geht vielmehr darum, Kontakte zu reduzieren –

und wahrscheinlich werden die Forderungen dazu

kommende Woche noch deutlicher werden.

Ist „das Wunder von Kana“ also ganz fern von uns?

Ich denke nicht!

Denn die Geschichte ruft noch eine ganz andere Dimension hervor –

etwas, wovon der Glaube weiß – auch in schwerer Zeit:

 

Das Wunder (und jedes Wunder) ruft ja etwas herauf, was noch gar nicht ist.

Jedes Wunder erzählt von der Welt, die kommen soll –

das ist der Zweck aller Wunder, die Jesus vollbringt.

Jedes Wunder erzählt von der Welt,

die ganz von Gott durchdrungen und verwandelt ist –

ganz durch Liebe und Barmherzigkeit geprägt ist –

die Welt, die Jesus „Gottes Reich“ nennt.

 

Was wir in diesen Tagen erleben, ist alles andere als „Himmel auf Erden“.

Aber genau in dieser Welt, voller Bedrohung und Angst und Leid,

in dieser Welt soll der Himmel „werden“.

Zu dieser Welt ist Gott in Jesus Christus unterwegs.

Damit der Himmel „schon hier“ ist.

Er fängt an in unserer Sehnsucht und in unserer Hoffnung.

Damit Menschen sich davon erzählen –

und bereit sind für diese neue Welt, die da kommen soll.

 

So, wie man sich vor einer Hochzeit bereit machen würde.

Sich verändert – äußerlich und innerlich:

Indem man andere Kleidung anzieht.

Indem man die schweren Gedanken auf übermorgen verschiebt.

Vielleicht sogar das Handy mal ausmacht –

damit man ganz im Moment, im „hier und jetzt“ ist.

 

So kann man sich auch auf das Wunder vorbereiten,

wenn Gott in deinem Leben wirklich wird:

Indem wir auch in diesen Tagen nicht die Geduld verlieren –

nicht mit den Anderen und mit uns.

Indem wir versuchen, umsichtig und rücksichtsvoll zu bleiben.

Indem wir nicht an Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit verzweifeln –

oder uns von dem Leid auch in unserer Mitte übermannen lassen.

Weil auch solche Beharrlichkeit in diesen Tagen ein Zeichen dafür ist,

wie es sich in Gottes neuer Welt leben wird.

Weil diese inneren Haltungen alles gute Zeichen sind, dass wir bereit sind:

Bereit, das Gute zu tun, wenn es nötig ist.

Bereit, barmherzig zu sein, wenn es sich ergibt.

Bereit, der Lebensfreude nachzugeben, wenn sie sich im Herzen (wieder) einstellt.

Bereit für die andere Welt.

Und darin vielleicht schon etwas zu spüren von dem,

was (so hat Gott es versprochen) kommen soll

und von der großen Freude, die dann sein wird.

Das schenke uns der gnädige und barmherzige Gott.

Amen.

 

 

 

Lied EG 555 Unser Leben sei ein Fest

EG 555,1-2 Unser Leben sei ein Fest.mp3
MP3-Audiodatei [793.3 KB]

 

 

Fürbitte

Ewiger Gott,

unser Leben ist in diesen Tagen wieder sehr eingeschränkt.

Die Belastungen werden wieder größer:

Die Einsamkeit, auch die Sorgen und die Ängste.

Wir ahnen, wie viel innere Kraft es braucht,

um in den kommenden Wochen standzuhalten –

und wir spüren, wie dringend wir diese Kraft brauchen.

Gott, bitte sei uns nahe in diesen Tagen.

Gott, bitte steh uns bei und verlass uns nicht.

 

Wir hören, dass immer noch viele Menschen durch das Virus sterben.

Wir sorgen uns um liebe Menschen – und um uns selbst.

Gott, wir bitten dich:

Steh den Menschen bei, die alles geben, um zu helfen.

Denen, die Entscheidungen für uns alle treffen müssen.

Denen, die dafür sorgen, dass Andere sich jetzt nicht alleine fühlen.

Sei bei allen, die Erkrankten helfen wollen – und selber an ihre Grenzen geraten.

Sei bei allen, die einen lieben Menschen verloren haben.

Lass sie nicht die Zuversicht und das Vertrauen auf deine Güte verlieren.

Lass sie die Nähe von guten Menschen erleben.

 

Wir bitten dich um Frieden für unsere Welt.

Für die Länder, die vom Krieg gegeißelt sind.

Für die Menschen, die Heimat und Zukunft verloren haben.

Lass uns ihr Leid in diesen Tagen nicht vergessen.

Lass uns erkennen, wo wir helfen können

und was unser Beitrag zum Frieden sein soll.

 

Gott, wir bitten dich für die Menschen,

an die wir in diesen Tagen besonders denken:

- hier können eigene Gebetsanliegen genannt werden -

 

Lieber Vater im Himmel, stärke uns für diese Zeit.

Gib uns Geduld, die Belastungen dieser Tage zu tragen.

Gib uns Einsicht in die notwendigen Verzichte.

Gib uns Verständnis für die Sorgen und Bedürfnisse der Anderen.

Stärke in uns die Mitmenschlichkeit.

Stärke in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe.

 

Wir beten mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Lied EG 599 Selig seid ihr

EG 599.mp3
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SEGEN

Der Herr segne dich und behüte dich

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.        

 

Amen.

 

 

 

 

Aufgaben für die Konfis (such dir zwei Aufgaben aus):

 

1. Welchen Zweck haben die Wunder, die Jesus tut?

 

2. Welche(s) andere(n) Wunder von Jesus kennst du?

 

3. Im letzten Predigtabschnitt wird beschrieben, wie man zeigen kann: Ich bin bereit für Gottes neue Welt. Welche dort genannte Tat ist dir besonders wichtig? Warum?

 

4. Suche aus drei Liedern Zeilen heraus, die zur Bibelgeschichte passen.

Bitte unterstützen Sie unsere Partnerkirche in Indien

Indien-Hilfe Dezember 2020.pdf
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