Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute

Ein Archiv früherer Gottesdienste finden Sie hier.

Lesegottesdienst zum 1. Sonntag nach Trinitatis – 6. Juni 2021

 

Weil es derzeit nicht uneingeschränkt möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern,

hier für Sie der aktuelle Lesegottesdienst nach einem Entwurf von Pfarrerin Doreen Göbel (Homberg).

 

Die Musik für diesen Gottesdienst wurde eingespielt von Rita Hesse-Brand (EGplus +89) und Manuel Wunsch (EG 455 und EG 503) - vielen herzlichen Dank dafür!

 

 

 

 

ERÖFFNUNG DES GOTTESDIENSTES

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Herzlich Willkommen zum Lesegottesdienst -

schön, dass Sie da sind!

 

Wer achtsam bleibt für Gottes Stimme, der geht den Weg der Liebe.

Das Vertrauen auf Gottes Wort,

auf seine Kraft in unseren Taten und Worten öffnet Wege der Liebe.

Davon hören wir heute aus der bekannten Geschichte vom Propheten Jona.

Und dazu segne Gott uns diesen Gottesdienst.

Amen.

 

 

 

Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

EG 455,1-3.mp3
MP3-Audiodatei [1.2 MB]

 

 

 

Predigt zu Jona 1,1-2.9-10.12-15;2,1-2.11 (Pfarrerin Doreen Göbel) 

 

Jona 1,1-2

Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais:

Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie;

denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.

 

Liebe Gemeinde, „Es geschah das Wort des Herrn zu Jona, dem Sohn Amittais“:

So beginnt die Geschichte von Jona, so beginnt Jonas Geschichte mit Gott.

Jona, der Sohn Amittais, hört Gottes Wort.

Amittai - der Name des Vaters bedeutet Wahrheit, der Name Jona bedeutet Taube.

Die Taube ist ein Symbol des Friedens.

Und eben diesem Jona gibt Gott einen Auftrag, ihn macht Gott zu seinem Propheten:

„Mache dich auf, Jona, und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie;

denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.“

So weit, so gut.

Jona nickt: Von Ninive hat auch Jona schon viel gehört.

Groß und prächtig ist diese Stadt, zwei Tagesreisen weit entfernt und überaus beeindruckend mit all ihren hohen Bauten aus Marmor und Gold.

Aber die Stadt ist auf Blut gebaut.

Kriege, Ausbeutung und Unterdrückung der Ärmsten haben zu ihrem Reichtum geführt.

Und auch in der Stadt selbst herrschen Gewalt und zum Himmel schreiende Ungerechtigkeiten.

Armut und Verzweiflung sind groß, ebenso wie Gewalt und Hoffnungslosigkeit.

Jona weiß: Die Weisungen Gottes werden in Ninive mit Füßen getreten.

Da lebt jeder nur für sich.

Nächstenliebe ist zum Fremdwort geworden,

die Gier der Menschen, Neid und Hass bestimmen das Leben.

Das war Ninive.

Aber fremd ist uns das auch heute nicht.

Wie Macht und Reichtum weniger Menschen wachsen durch Gewalt an anderen

oder durch Unterdrückung und Ausbeutung vieler anderer -,

davon erzählen uns die Nachrichten täglich.

Ninive ist also gar nicht weit entfernt.

Und Gott sagt: „Jona, geh in die große und mächtige Stadt Ninive

und kündige ihren Bewohnern mein Strafgericht an!

Denn ihre Bosheit schreit zum Himmel, ich kann sie nicht länger mit ansehen!“

Jona schweigt; Jona geht los - allerdings direkt in die entgegengesetzte Richtung.

Kein Wort kommt über seine Lippen.

Aber die Gedanken überschlagen sich:

Nach Ninive? Er? Jona? Niemals!

Wer würde da schon auf ihn hören?

Seine Predigt ist ja keine Freudenbotschaft.

Zur Umkehr soll er Menschen rufen. Umkehr - in Ninive?

Da kann er ja gleich den Untergang prophezeien.

Aber das würde ihm den Kopf kosten.

Das will doch niemand hören.

Und überhaupt: Jona fühlt sich der Aufgabe in keiner Weise gewachsen.

Zu jung, zu klein, zu dumm, zu sprachlos, nicht redegewandt, nicht einflussreich genug.

Was ist schon eine einzelne Stimme wert?

Es ist verblüffend, wie wortgewandt wir sein können,

wenn es darum geht, sich zu entschuldigen, warum man nicht den Mund aufmachen will.

Seine übergroße Angst, wächst mit jedem Schritt.

Jona läuft davon. Vor der Aufgabe, vor Gottes Wort, vor sich selbst.

Nein, Jona will nicht reden.

Nicht zu den Menschen in Ninive. Nicht über seine Angst. Auch nicht zu Gott.

Jona schweigt. Kein Wort kommt über seine Lippen.

Lieber will er sich verstecken vor Gott. Nur wohin?

An den entferntesten Ort, den er sich vorstellen kann!

Und so heuert Jona in der Hafenstadt Jafo auf einem Schiff an, das nach Tarsis fährt.

Das war die längste der damals bekannten Reisen.

Jahre würden vergehen, bevor Jona zurück sein könnte.

Jona versucht wirklich, sich zu verstecken: am äußersten Ende des Meeres.

Doch kaum auf dem Schiff angelangt, kommt alles anders.

Noch nicht lange sind sie auf dem weiten Meer und Jona unter Deck zur Ruhe gekommen, da zieht ein großes Unwetter auf.

Droht das Schiff mit seiner Besatzung untergehen zu lassen.

Die Seeleute beten voller Verzweiflung zu ihren Göttern. Doch nichts geschieht.

Einer muss schuld sein. Ihr Los fällt auf Jona.

Und Jona findet wieder Worte:

 

Jona 1,9-10 –

Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN,

den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.

Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm:

Was hast du da getan?

Denn sie wussten, dass er vor dem HERRN floh; denn er hatte es ihnen gesagt.

 

Jona wollte fliehen. Vor Gott. Vor seinem Auftrag.

Davor, den Mund aufzumachen und gegen die Ungerechtigkeit und die Gewalt zu predigen.

Aber Jona spürt: Ich kann nicht entkommen.

Kann nicht vor mir selbst weglaufen. Und auch nicht vor Gott.

Alles holt ihn wieder ein.

Auch die große Angst und die Stimmen schlagen über ihm zusammen

und vermischen sich mit dem Getöse des Sturmes:

Jona, was machst du? Steh auf! Mach was!, rufen die Stimmen um ihn herum. –

Wer bist du, Jona? Woher kommst du? Wo willst du hin? Wovor rennst du weg?

Was macht dir solche Angst, Jona, Sohn des Amittais?, ruft die Stimme in ihm.

Und Jona möchte schreien: Hilf mir, Gott! Hilf uns!

Jona möchte schreien zu dem Gott, vor dem er geflohen ist.

Aber Jona schweigt, während all die Stimmen um ihn herum immer lauter werden, der Sturm immer bedrohlicher: Jona, tu was!

Jetzt kommt es ganz auf dich an! Du stürzt uns alle ins Verderben. Mach was, Jona, sag was!

Rette uns! Du bist schuld. Du bist schuld, Jona, Sohn des Amittais!

Wo kommst du her? Wo willst du hin?

Alles stürzt über Jona zusammen, Worte prasseln auf ihn ein.

Jona sehnt sich nur noch nach Stille, hat keine Kraft mehr.

Ich nehme alle Schuld auf mich. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr leben. –

 

Jona 1,12-15 –

Er sprach zu ihnen:

Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen.

Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist.

Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen;

aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an.

Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen:

Ach, HERR, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen

und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir's gefällt.

Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer.

Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten.

 

Jona stürzt ins kalte Meer. Die Wogen schlagen über seinem Kopf zusammen.

Und Jona wird in die unendliche Tiefe gezogen. Kämpft gar nicht erst gegen die Wellen an.

Lässt sich fallen. Jona, Sohn des Amittais. Er gibt auf.

Lässt sich fallen in die Dunkelheit des Meeres.

In die Tiefe, wo nur noch der Tod auf ihn wartet.

Alles fällt von ihm ab. Jona fällt und fällt und fällt.

Aber er schlägt nicht auf.

 

Jona 2,1 –

Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen.

Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte.

 

Still wird es. Um Jona herum und in ihm drin.

Ob Jona ahnt, wo er ist, als er erwacht?

Nur Dunkelheit umgibt ihn. Das Schaukeln des Meeres, unbekannte Geräusche der Tiefe.

Aber Jona ist ganz bei sich.

Und Jona ist ganz bei Gott.

Er spürt: Er lebt.

Er wird gehalten. Nichts liegt mehr in seiner Hand.

Sein Herz schlägt. Sein Atem geht. Weiter nichts.

Jona weiß nicht mehr, wo oben und unten ist. Er hat völlig die Orientierung verloren.

Und ebenda öffnet sich sein Mund:

 

Jona 2,2-3 –

Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach:

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir.

Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.

 

Jona redet zu Gott. Er schüttet ihm sein Herz aus.

„Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und er antwortete mir.“

Erste Worte. Sie tun so gut.

Jona spricht über seine Angst und alles, was ihn zu dieser kopflosen Flucht geführt hat.

Und während er betet, kommen die klaren Gedanken zurück. Nach und nach.

Jona denkt zurück an Gottes Wort und den Auftrag.

Geh nach Ninive und gib den Sprachlosen dein Wort!

Rede gegen all das Leid und die Ungerechtigkeit!

Öffne den Menschen die Augen für Gottes Weisung, für seine Liebe, die allen gilt.

Und Jona spürt: Das kann ich!

Mit Gott an meiner Seite verliert die Angst an Macht.

Ich kann die Welt nicht völlig verändern, aber ich kann tun, was mir möglich ist, was nötig ist.

Gott selbst gibt mir dazu die Kraft.

Er hat mich auserwählt, er wird auch an meiner Seite sein.

Keinen Ort wird es geben, wo Gott mich je verlässt.

Und Jona erkennt sich selbst ganz neu. Jona erkennt sich als Kind Gottes.

Von ihm geliebt, geborgen und aufgehoben.

Gott umgibt ihn von allen Seiten. Er hält seine Hand über ihn.

Er schenkt ihm Lebensenergie.

Gott ist kein Gegner, vor dem er fliehen müsste.

Kein Gott, der an ihm zerrt, ihn bedrängt, überfordert oder Unmögliches verlangt.

Gott kennt ihn ganz genau. Weiß, was er ihm zutraut.

Und Jona kann Gottes Worte neu hören. Worte des Zuspruchs, der Liebe.

Und diese Worte öffnen auch Jona den Mund.

 

Jona 2,11 –

Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.

 

Nach drei Tagen ist die Dunkelheit plötzlich vorbei.

Jona erblickt noch einmal das Licht der Welt, wie neugeboren.

Und dann steht er auf und geht los. Mit Gott an seiner Seite.

Jona, Sohn Amittais - Sohn der Wahrheit, der Friedensbote.

Jonas Botschaft soll wirklich eine Botschaft des Friedens werden.

Aber noch ahnt der junge Prophet das nicht.

Noch denkt er, er werde Ninive den Untergang predigen.

Aber die Wahrheit ist immer auch das Licht, das uns hilft, Unrecht und Schuld zu erkennen.

Und Gott wäre nicht ein Gott des Friedens, wenn er nicht immer wieder Wege zur Umkehr, Rettung, zum Neuanfang für uns bereithalten würde.

Für Jona, für die Menschen in Ninive und für jeden von uns.

Amen.

 

 

Lied EGplus +89 Du bist da

EGplus +89,1-4.mp3
MP3-Audiodatei [3.2 MB]

GEBET

Wir danken dir, Gott, für dein Angebot, uns auf dem Weg der Liebe zu begleiten.

Du weißt, wie schwer es uns fällt, dein Angebot anzunehmen.

Unsere Fragen sind größer als unser Vertrauen.

Wir möchten Sicherheiten, die wir nicht bekommen können.

Stärke unseren Mut, du Gott des Lebens, es wieder mit dir zu wagen,

und wir werden erfahren, wer wir selbst sind,

wer unsere Mitmenschen und wer du bist, unser Gott.

 

Wir bitten dich: Für alle, die ihr Wort an die Menschen richten,

für die Regierenden und alle, die für andere Verantwortung tragen,

dass sie ihrer Aufgabe gerecht werden, und dass ihr Wort stets klar und aufrichtig ist.

 

Für alle, die eine Aufgabe haben in Presse, Rundfunk und Fernsehen,

dass sie in ihrer Arbeit Achtung und Ehrfurcht vor einem jeden Menschen zeigen

und dass sie andere Meinungen ehrlich und unverfälscht zu Wort kommen lassen.

 

Für alle, die sprechen und schreiben, für die Schauspieler, Dichter und Wissenschaftler,

dass sie unsere Probleme kennen, und dass sie Antwort zu geben suchen auf die brennenden Fragen unserer Zeit.

 

Für alle, die Gottes Wort verkünden in den christlichen Kirchen der Welt,

dass sie mit innerer Kraft und Überzeugung zu ihren Hörern sprechen,

und dass ihr Wort stets eine frohe und beglückende Botschaft ist.

 

Für die Lehrerinnen und Lehrer und alle, die im Dienst unserer Jugend stehen,

dass sie selbst zu hören verstehen

und durch ihr Wort und Beispiel gute und rücksichtsvolle Menschen erziehen helfen.

 

Allmächtiger Gott, höre auf unser Gebet.

Lehre uns, aufeinander zu hören, uns besser zu verstehen

und uns gegenseitig Antwort zu geben auf die Fragen unseres Lebens -,

so wie es dein Sohn getan hat, da er kam und uns allen ein Bruder wurde.

 

Gott, Du hörst, was wir dir jetzt in der Stille anvertrauen:

(- Hier kann eigenes Gebetsanliegen ergänzt werden oder ein Moment der Stille sein -)

 

Wir beten weiter mit den vertrauten Worten von Jesus:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsre Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

Und die Kraft und die Herrlichkeit

In Ewigkeit.

Amen

 

 

 

LIED:  EG 503 _ Geh aus, mein Herz, und suche Freud

EG 503,1-3 Geh aus mein Herz RH.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

 

 

 

Informationen zur Lage unserer Partnerkirche in Süd-Indien

Indien-Hilfe Mai 2021.pdf
PDF-Dokument [273.3 KB]

Bitte um eine Kollekte

In den Monaten Juni und Juli erbitten wir die Kollekte besonders für den Arbeitsbereich Familiengesundheit/Müttergenesung des Diakonischen Werks im Schwalm-Eder-Kreis.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Kollekteninfo Juni Juli 2021.pdf
PDF-Dokument [130.8 KB]

Wenn Sie eine Kollekte geben wollen, können Sie dies entweder per Überweisung tun – oder sie können Ihre Kollekte in bar im Pfarramt Wolfershausen abgeben.

 

Bankverbindung:

Kirchenkreisamt Schwalm-Eder

IBAN DE38 5206 0410 0002 9001 06

Verwendungszweck „Kollekte WBD Mai 2021“

 

Mehr zur neuen Kollektenordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck erfahren Sie hier.

 

 

 

EG 599 _ Selig seid ihr
EG 599.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

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