Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
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Lese-Gottesdienst 19. Sonntag nach Trinitatis (18. Oktober 2020)

Weil es derzeit noch nicht uneingeschränkt möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern – hier für Sie der Lesegottesdienst 

nach einem Entwurf von Oliver Friedrich – mit herzlichen Grüßen Ihre Pfarrerin Jana Roske-Voß und Pfarrer Sebastian Voß.

 

Die Musik wurde eingespielt von Oliver Persch (EG 272) und Manuel Wunsch (EG 240 und KAA 62) und Rita Hesse-Brand (EG 599) -

vielen Dank dafür!

 

 

 

Eröffnung des Gottesdienstes

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Herzlich willkommen zum Lesegottesdienst mit dem Wochenspruch (Jer. 17,14):

Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.

Wir feiern Gottesdienst als Menschen, die nach Heil und Hilfe rufen;

als Menschen, die Unheil erfahren bei sich und anderen.

Vor allem aber feiern wir Gottesdienst, weil wir hoffen,

dass unsere Hilfe von Gott kommt.

Weil er heil machen kann, was verloren ist.

Dass Gott mehr in uns sieht, als das,

was an mir und dir ins Auge fällt.

Gott segne uns diesen Gottesdienst.

 

 

 

Lied EG 272 (Ich lobe meinen Gott)

Psalm 32,1-7

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,

dem die Sünde bedeckt ist!

Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,

in dessen Geist kein Trug ist!

Denn als ich es wollte verschweigen,

verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.

Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,

dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird..

Darum bekannte ich dir meine Sünde,

und meine Schuld verhehlte ich nicht.

Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.

Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde..

Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.

Darum, wenn große Wasserfluten kommen,

werden sie nicht an sie gelangen.

Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,

dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

 

 

 

Lesung Epheser 4,22-32

22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel,

der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet.

23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn

24 und zieht den neuen Menschen an,

der nach Gott geschaffen ist

in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit,

ein jeder mit seinem Nächsten,

weil wir untereinander Glieder sind.

26 Zürnt ihr, so sündigt nicht;

lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen,

27 und gebt nicht Raum dem Teufel.

28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr,

sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut,

damit er dem Bedürftigen abgeben kann.

29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen,

sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist,

damit es Gnade bringe denen, die es hören.

30 Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes,

mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.

31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung

seien fern von euch samt aller Bosheit.

32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich

und vergebt einer dem andern,

wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

 

 

 

Lied EG 240,1-3 (Du hast uns, Herr, in dir verbunden)

EG 240,1-3.mp3
MP3-Audiodatei [1.8 MB]

Ansprache mit Bildbetrachtung

(Bild: dpa/picture alliance)

Innen und Außen

Eine schwarze Linie trennt die beiden Gesichtshälften.

Beinahe wie eine Haarsträhne aus dem dunklen Haarschopf sieht die Linie aus.

Sie trennt eine geschminkte von einer ungeschminkten Seite des Gesichts.

Die ungeschminkte Seite zeigt noch Reste weißer Farbe.

Etwas verwischt. Vermutlich war zuerst das ganze Gesicht geschminkt.

 

Die Augen lächeln nicht, sind aber auch nicht traurig.

Der Blick geht ins Leere wie bei manchen Passbildern.

Schwarz und dicht sind die Augenbrauen.

Sie haben auf beiden Seiten ihre natürliche Farbe behalten.

 

Ganz anders der Mund.

Er strahlt in Rot und ist deutlich erkennbar mit Lippenstift belegt.

Wie eine Brücke verbindet er die weiß geschminkte und die ungeschminkte Gesichtsseite.

Ist es ein Junge, der sich geschminkt hat, oder ist es ein Mädchen?

Geht es nur um die Farbe im Gesicht

oder auch um eine Innen- und eine Außenseite der Person?

Schwer zu sagen.

 

Sich zu schminken und zu verkleiden ist für viele Kinder und Jugendliche eine große Freude.

Besonders bei Konfirmandinnen und Konfirmanden erlebe ich das immer wieder.

Wenn es eine Jungen- und eine Mädchenrolle in einem kleinen szenischen Spiel zu besetzen gibt,

wollen immer auch die Jungen einmal das Mädchen sein.

Sie wollen die Perücke aufsetzen und das Kleid anziehen.

Die Mädchen übernehmen gerne auch eine Jungenrolle.

So können sie sich einmal benehmen, wie sie ihre Väter, Lehrer und Brüder erleben.

 

Sich zu schminken und sich zu verkleiden, ermöglicht es, Grenzen zu überschreiten.

Neue Rollen können ausprobiert werden im Schutz des Spiels.

Der Rüpel darf die Sanfte sein; die Schüchterne kann den Macho geben.

In spielerischer Weise kann so erprobt werden, wie man sich in einer anderen Rolle fühlt.

Wie es wäre, ein anderer oder eine andere zu sein.

Dass das meistens sehr gut funktioniert, liegt vermutlich daran,

dass wohl alle Menschen mehr sind als das, was man von ihnen sieht.

 

Die Bibel beschreibt das so:

Denn es ist nicht so, wie ein Mensch es sieht:

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. (1. Sam 16,7)

Das, was wir von anderen sehen, ist häufig so etwas wie die Außenseite unseres Lebens.

Die Außenseite hat etwas zu tun mit unseren Rollen, die wir im Alltag übernehmen:

in der Familie, im Beruf, im Verein.

Aber es gibt eben auch eine andere Seite in uns,

eine Innenseite, die wir nur wenigen Menschen zugänglich machen.

Innen kann ich traurig sein, wenn ich auch nach außen lache.

Innen kann ich mich schwach und ängstlich fühlen, wenn ich nach außen selbstbewusst auftrete.

Innen kann ich verletzt sein, wenn ich nach außen auch stark und unverletzlich wirke.

Manchmal fühlt sich das an, als ginge eine schwarze Linie durch mich hindurch,

die eine Seite meines Wesens von der anderen Seite trennt.

Nur manchmal, wenn ich mit Menschen rede, denen ich vertrauen kann,

bildet der Mund eine Brücke zwischen außen und innen.

Zwischen der einen und der anderen Seite in mir.

 

Mir tut es gut zu glauben, dass Gott, der Herr, nicht nur das von mir sieht, was vor Augen ist,

sondern dass er mein Herz sieht; dass er mich ganz sieht.

Dass er mich sieht und liebt mit allem, was mein Leben ausmacht.

Das Innen und das Außen.

Amen.

 

 

 

Lied Kommt, atmet auf, ihr sollt leben (KAA 62) 

KAA 62,1-3 Kommt, atmet auf.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

Kommt atmet auf, ihr sollt leben.
Ihr müsst nicht mehr verzweifeln,
nicht länger mutlos sein.
Gott hat uns seinen Sohn gegeben.
Mit ihm kehrt neues Leben bei uns ein.

 

1. Ihr, die ihr seit langem nach dem Leben jagt,
und bisher vergeblich Antworten erfragt.
Hört die gute Nachricht, dass euch Christus liebt,
dass er eurem Leben Sinn und Hoffnung gibt.

Kommt atmet auf, ihr sollt leben…

 

2. Ihr seid eingeladen. Gott liebt alle gleich.
Er trennt nicht nach Farben, nicht nach Arm und Reich.
Er fragt nicht nach Rasse, Herkunft und Geschlecht.
Jeder Mensch darf kommen. Gott spricht ihn gerecht.

Kommt atmet auf, ihr sollt leben…

 

3. Noch ist nichts verloren, noch ist Rettung nah.
Noch ist Gottes Liebe für uns Menschen da.
Noch wird Leben finden, wer an Jesus glaubt.
Noch wird angenommen, wer ihm fest vertraut.

Kommt atmet auf, ihr sollt leben…

 

 

Gebet

Ewiger Gott, wir danken dir dafür,

dass du uns mit liebevollen Augen anschaust.

So kommen wir voller Vertrauen mit unseren Fürbitten zu dir:

 

Schenke uns einen wachen Blick, damit wir deine Spuren im Alltag entdecken können.

Hilf uns dabei, die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und uns daran zu freuen.

 

Wir bitten dich um wache Augen für unsere Mitmenschen.

Lass uns erkennen und spüren, wo jemand ein gutes Wort und eine liebevolle Geste nötig hat.

Gib uns Geduld miteinander – schenke uns die Kraft, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

 

Wir bringen vor dich die Menschen, deren Leben dunkel scheint:

Die Traurigen, die einen geliebten Menschen vermissen.

Die Einsamen, die sich nach einem Menschen sehnen, der sie wahrnimmt.

Wir bitten dich für die Hoffnungslosen, die keine Aussicht auf Zukunft erkennen.

Und wir bringen vor dich die, die immer wieder übersehen werden.

Wir vertrauen sie dir an.

 

Wir bitten dich für uns selbst.

Hilf uns dabei, in den Anforderungen dieser schweren Zeit mit dir verbunden zu bleiben.

Lass uns deine Gegenwart im Blick behalten.

Lass uns einfühlsam und achtsam durch unser Leben gehen.

 

In einem Moment der Stille bringen wir alles das vor dich,

was uns heute persönlich auf dem Herzen liegt:

 

Und wir beten mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

 

EG 599.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

Lied EG 599 Selig seid ihr

Selig seid ihr,

wenn ihr einfach lebt.

Selig seit ihr,

wenn ihr Lasten tragt.

 

Selig seid ihr,

wenn ihr lieben lernt.

Selig seid ihr,

wenn ihr Güte wagt.

 

Selig seid ihr,

wenn ihr Leiden merkt.

Selig seid ihr,

wenn ihr ehrlich bleibt.

 

Selig seid ihr,

wenn ihr Frieden macht.

Selig seid ihr,

wenn ihr Unrecht spürt.

 

 

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

 

 

 

Fragen für die Konfis:

 

1. Womit vergleicht der Psalm einen Menschen, dem Gottes Worte wichtig sind?

 

2. Vervollständige den Satz mit den Schlussworten der Predigt: „Das Christliche ist …“

 

3. „Wo ist Gottes Wort?“ - Was sagt der Bibeltext in der Ansprache?

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