Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute

Lesegottesdienst am 28. November 2021   (1. ADVENT)

Weil es derzeit noch nicht uneingeschränkt möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern –

und Sie möglicherweise aus neuer Vorsicht lieber von Zuhause mitfeiern mögen –

hier für Sie und für Euch der "Lesegottesdienst für Zuhause" - mit herzlichen Grüßen, Pfarrerin Jana Roske-Voß

 

Die Musik für diesen Gottesdienst wurde eingespielt 

von Rita Hesse-Brand (EG 11),

von Oliver Persch (EG 1 und EG 13) und Alexander Kraft (EG 13)

und von Katja Köhler-Nachtnebel (EG 17) - vielen herzlichen Dank dafür!

 

 

Eröffnung des Gottesdienstes

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! 

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem HERRN,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich Willkommen

zum Lesegottesdienst heute am 1. Advent!

 

Wir feiern einen Neuanfang -

mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr.

Ein Neubeginn.

Neu auf den Weg gehen.

Das tut gut in diesen ollen Zeiten!

 

Seht, die erste Kerze brennt.

Angesteckt von einem fremden Licht,

das uns nah kommen will.

 

Voller Erwartung begrüßt uns der Advent:

„Siehe, dein König kommt zu dir,

ein Gerechter und ein Helfer.“ (Die Bibel, Sacharja 9,9b)

 

Gott segne uns diesen Gottesdienst,

in der Kirche oder zuhause,

immer miteinander verbunden

in Jesus Christus.

 

Amen

 

 

 

LIED   EG 1 (1-2) _ Macht hoch die Tür

EG 1 1+3 OP.mp3
MP3-Audiodatei [2.5 MB]

 

 

PSALMGEBET (aus Psalm 24): Türen auf für den König der Herrlichkeit

       

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der HERR, stark und mächtig,

der HERR, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

        Wer ist der König der Ehre?

        Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.     Amen

 

 

 

Musik EG 11 - Wie soll ich dich empfangen

EG 11,1-3 RH.mp3
MP3-Audiodatei [3.5 MB]

Lesung    Matthäusevangelium 21, 1-11

Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und seine Jünger

nach Betfage am Ölberg.

Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus

und sagte zu ihnen:

»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.

Dort findet ihr gleich eine Eselin angebunden

zusammen mit ihrem Jungen.

Bindet sie los und bringt sie mir.

Und wenn euch jemand fragt: ›Was soll das?‹,

dann sagt: ›Der Herr braucht sie.‹

Und er wird sie euch sofort geben.«

So ging in Erfüllung,

was Gott durch den Propheten gesagt hat [Sacharja 9,9]:

»Sagt zu der Tochter Zion:

›Sieh doch:

Dein König kommt zu dir!

Von Herzen freundlich ist er.

Er reitet auf einem Esel,

einem jungen Esel –

dem Sohn eines Lasttiers.‹«

 

Die Jünger gingen los

und machten alles genau so,

wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte.

Sie brachten die Eselin und ihr Junges herbei

und legten ihre Mäntel auf seinen Rücken.

Und Jesus setzte sich darauf.

Und die große Volksmenge breitete ihre Mäntel

als Teppich auf der Straße aus.

Andere brachen Zweige von den Bäumen ab

und legten sie ebenfalls auf die Straße.

Die Volksmenge, die vor Jesus herging und die nach ihm kam,

rief immer wieder:

»Hosanna dem Sohn Davids!

Stimmt ein in unser Loblied auf den,

der im Namen des Herrn kommt!

Hosanna in himmlischer Höhe!«

So zog Jesus in Jerusalem ein.

Die ganze Stadt geriet in Aufregung.

Die Leute fragten sich:

»Wer ist er nur?«

Die Volksmenge sagte:

»Das ist Jesus, der Prophet aus Nazaret in Galiläa.«

 

 

Predigt

Es kommt eine Zeit…!

Sagte mal einer in den Talkshows.

In Interviews.

Und Podcasts.

Und zunehmend auf allen Kanälen.

Eigentlich sollte es den Menschen die Augen öffnen.

Aber glaubte man ihm?

Gab es Belege?

Wer denn hat in Krisenzeiten die Deutungshoheit

über eine aktuelle Lage?

 

Mahnworte und Gerichtsworte spricht dieser Rufer.

War es eine Drohung?

Immer wieder klagt er an.

Mahnt in Richtung seiner Regierung.

In Richtung der alten.

In Richtung der neuen.

Und wieder der neuen.

Nach Recht und Gerechtigkeit ruft er.

Er weiß, dass sein Land das jetzt braucht.

Immer wieder hatten die Menschen große Hoffnung gesetzt

in die Mächtigen.

Aber ein König nach dem anderen

kommt und geht - und nichts wird besser.

 

Der Prophet spricht`s,

worauf es ankommt.

Doch die Leute wollen es nicht hören.

Man wollte schlicht das Schlimmste nicht sehen

und diese unbequemen Worte nicht wahrhaben.

Das ist menschlich.

Das weiß der Prophet und verzweifelt fast daran.

Er war ja auch nur ein Mensch.

 

Jeremia war übrigens sein Name.

So manches, was er sagte, damals vor 2500 Jahren,

klingt schrecklich aktuell.

Und deshalb höre ich ihm manchmal genau zu.

Schaue in die Bibel, in seinen Text.

Schaue in die Welt, in unseren Kontext.

 

Nach Recht und Gerechtigkeit ruft er immer noch!

Und wir?

Doch!

Wir hoffen darauf,

hoffen so sehr!

 

…Wenn wir an die Grenzen Europas denken.

Wo Menschen mit falschen Versprechungen hingelockt sind,

menschliche Werkzeuge des Machtmissbrauchs eines Herrschers.

…Wenn wir an die Ausbeutung und Unterdrückung und Armut denken.

Wo es uns doch bloß drauf ankommt, das neueste Smartphone zu haben.

…Wenn wir an Dürre, Stürme, Fluten denken.

Wo Menschen Opfer des Klimawandels werden, die ärmsten zuerst.

…Wenn ein Virus in immer neuen Varianten

auf der ganzen Welt Wellen schlägt.

 

Würde doch nur

Recht und Gerechtigkeit ebensolche Wellen schlagen bei uns!

Am besten exponentiell ansteigend.

Ich als Christin sehne mich danach.

Und Du? Bestimmt auch!

Wie die jüdisch glaubenden Menschen,

mit denen wir die Wurzeln teilen, die unsere Hoffnung nährt.

Zarte Wurzeln, aus denen Gott einen gerechten Spross grünen lässt.

 

Wir hoffen so sehr und warten,

dass Recht und Gerechtigkeit siegen.

Auch bei den Regierungsverantwortlichen dieser Welt.

 

Bei Jeremia klingt diese Hoffnung so:

             

           Es kommt eine Zeit mit neuem Namen

 

Seht, es kommt eine Zeit,

in der ich für David einen Nachfolger einsetzen werde,

einen gerechten Spross.

– Ausspruch des Herrn –

Er wird als König herrschen und gut regieren.

Recht und Gerechtigkeit werden ihn auszeichnen,

und er wird sie im Land durchsetzen.

Zu dieser Zeit wird Juda gerettet werden,

und Israel wird in Sicherheit leben.

Das wird der Name sein, den man ihm geben wird:

»Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!«

                                        (BasisBibel: Jeremia 23,5f)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was sagt er da?

War das nicht auch ein Versprechen?

War es vielleicht sogar eine Verheißung?

 

Doch man hörte ihm einfach nicht richtig zu,

dem Propheten.

Dem von Gott berufenen Rufer.

Das ist wichtig:

Er redet nicht aus eigener Eitelkeit.

Er hat sich nicht selbst ermächtigt, die Wahrheit zu kennen.

Gott hat ihn beauftragt.

Gott ist auch sein Korrektiv.

Wir hören also u.U. Gott nicht richtig zu!

 

Wie schön wäre das:

Wenn es so ginge wie mit den Lichtern

Jetzt im Advent.

Mir war überhaupt nicht danach.

Zu viel Nachdenken, zu viel Sorge, zu viel Krise.

Zu wenig normal.

Kein Schmuck, kein Strahlen.

Bitte nicht, nein danke, Blendwerk.

 

Aber ich konnte doch nicht die Augen davor verschließen.

Meiner Straße ging ein Licht nach dem anderen auf!

Und plötzlich fing ich an zu suchen.

Wo hatten wir bloß die vierte Adventskerze gelassen?

 

Ein Licht meiner Nachbarn strahlte genau dahin,

wo in meinem Fenster noch nichts leuchten wollte.

Eine Kerze sah wie entzündet aus,

der Docht von einer Flamme unscharfen Lichts umgeben.

Was für eine freudige Entdeckung.

Vom Licht eines anderen angesteckt.

 

So sollte es gehen.

Dass wir uns gegenseitig mit Recht und Gerechtigkeit

entfachen.

Einer ist den Weg für uns schon gegangen.

Wir Christen blicken auf Jesus.

König auf einem Esel.

Geboren in einem Stall.

Gestorben für uns.

Neu lebendiger Retter von Gott.

Ansteckend voller Liebe.

Licht der Welt.

Wunder-Rat,

Gott-Held,

Ewig-Vater,

Friede-Fürst.

Gott lässt uns mit unserer Sehnsucht nicht allein.

Denn „so sehr hat Gott diese Welt geliebt,

dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab.

Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen,

sondern das ewige Leben haben.

Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt,

dass er sie verurteilt.

Vielmehr soll er die Welt retten.“ (Johannes 3,16f)

 

Möge diese Adventszeit so etwas wie ein Vorabend sein –

an dem wir gespannt und voller Sehnsucht jeder Spur nachgehen,

die uns dem näher bringt, was Recht und Gerechtigkeit bedeutet.

Das hat übrigens bei Jeremia rein gar nichts zu tun

mit der rechtspopulistischen Partei (PiS) in Polen,

die sich „Recht und Gerechtigkeit“ nennt.

Und auch hat es nichts zu tun mit dem grell egoistischen Schreien

nach dem Recht auf Freiheit und Unversehrtheit mitten in der Pandemie.

Meine Freiheit endet bei der des anderen.

Wie oft endet vermeintliche Gerechtigkeit in neuem Unrecht. 

 

Vielmehr geht es bei Jeremias Rufen

zuallererst um die Stärkung und Unterstützung

der Schwachen und Schwächsten!

DAS sollten wir leben in diesem Advent.

Auf die Pandemie bezogen könnte das heißen,

dass sich endlich alle Erwachsenen impfen lassen, die es können, 

bevor Kinder in einen inneren Zwang geraten oder

geschwächte Menschen sich isolieren müssen, die sich wirklich nicht impfen lassen können.

Auf weltweite Zusammenhänge bezogen, wirtschaftlich oder klimatisch,

könnte es bedeuten, dass man gerade jetzt in der Geschenkeeinkaufszeit

mala das eigene Konsumverhalten nachhaltig überprüft.

 

Gott macht es so: Er schenkt sich selbst.

Davon leben wir alle in diesem Advent.

 

Amen

 

 

 

LIED   EG 13 _ Tochter Zion, freue dich

EG 13 Tochter Zion OP+AK.mp3
MP3-Audiodatei [2.6 MB]

Fürbitten-Gebet      

 

Herr, wo du hinkommst, da kehrt Heil ein;

wo du hinkommst, da werden Menschen verwandelt;

da entsteht Hoffnung, Freude, Liebe, Geborgenheit.

Dafür danken wir dir.

 

Komm du zu all denen, die erschöpft und enttäuscht sind

und nicht mehr an deine Liebe glauben können.

*Herr, wir warten auf dich.

 

Komm du zu all denen, die einsam sind

und sich nicht mehr freuen können, weil sie keinen Menschen haben.*

 

Komm du zu all denen, die ratlos und verzweifelt sind,

die in der Krise, im Leid oder in Krankheit keine Hoffnung mehr sehen.*

 

Komm du zu all denen, die sich aus der Gemeinschaft ausgestoßen fühlen,

die den Anschluss nicht mehr finden,

die sich nicht mehr zutrauen, einen neuen Anfang zu machen.*

 

Komm du zu all den Menschen, die in Streit und Unfrieden leben,

die den grausamen Wirren sinnloser Kriege ausgeliefert sind.*

 

Komm du zu allen jungen und alten Menschen,

nah und fern,

die sich nach Recht und Gerechtigkeit sehnen.

Stärke sie, sich mutig dafür einzusetzen.*

 

Komm du zu deiner Gemeinde, deiner Kirche,

und lass deine Liebe in ihr Gestalt gewinnen.*

 

Komm zu uns und höre unsere Gebete.

Wir bitten dich für alles, was uns jetzt auf dem Herzen liegt:

 

 (- Hier kann eigenes Gebetsanliegen ergänzt werden oder ein Moment der Stille sein -) *

 

Wir beten weiter mit den vertrauten Worten von Jesus:

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsre Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

Und die Kraft und die Herrlichkeit

In Ewigkeit.

Amen

 

 

 

 

Musik   EG 17 _ Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt

 

Segen

GOTT segne dich und behüte dich.

GOTT lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

GOTT erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

 

Fragen für die Konfis:

1. Welches Lied für diesen Gottesdienst spricht Dich am meisten an? Warum?

 

2. 

 

 

Bitte um eine Kollekte

Der Kollektenschwerpunkt unserer Gemeinde im Advent soll die "Aktion Brot für die Welt". Hier bekommen Sie Informationen über die aktuelle Arbeit  von "Brot für die Welt".

 

Wenn Sie eine Kollekte geben wollen, können Sie dies entweder per Überweisung tun – oder sie können Ihre Kollekte in bar im Pfarramt in Wolfershausen abgeben.

 

Bankverbindung:

Kirchenkreisamt Schwalm-Eder

IBAN DE38 5206 0410 0002 9001 06

Verwendungszweck „Kollekte WBD November 2021“

 

Mehr zur neuen Kollektenordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck erfahren Sie hier.

 

 

 

EG 599 Selig seid ihr RH.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

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