Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute

Hier finden Sie den jeweils aktuellen Lesegottesdienst.

 

Ein Archiv früherer Gottesdienste finden Sie hier.

 

 

Pfingsten (31. Mai 2020)

Weil es derzeit noch nicht uneingeschränkt möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern – hier für Sie der Lesegottesdienst.

 

Die Musik für diesen Gottesdienst wurde eingespiel von Manuel Wunsch (Orgel) und Oliver Persch (Trompete und Keyboard) -

vielen Dank dafür!

 

Eröffnung des Gottesdienstes

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Herzlich willkommen zum Lesegottesdienst an Pfingsten.

Pfingsten ist das Feste der Freude darüber,

dass Gott uns nicht alleine lässt.

Das Fest der Lebendigkeit,

die Gott uns in jeder Lebenslage vermitteln will.

Und das Fest der Kraft Gottes,

die uns bewegt, aufeinander zuzugehen und einander zu verstehen.

 

Freude, Lebendigkeit und Kraft – das brauchen wir alle.

Gott segne uns dieses Pfingstfest.

Amen.

 

Lied EG 135 Schmückt das Fest mit Maien
EG 135 1+2.mp3
MP3-Audiodatei [1.2 MB]

 

Psalm 118

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

     O Herr, hilf!

     O Herr, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.

     Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

     Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

     Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

     und seine Güte währet ewiglich.

 

Lesung 

Die Pfingstgeschichte aus der Apostelgeschichte 2

1 Dann kam der Pfingsttag.

Alle, die zu Jesus gehört hatten,

waren an einem Ort versammelt.

2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen

wie von einem starken Wind.

Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,

in dem sie sich aufhielten.

3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.

Die verteilten sich

und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.

4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.

Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden –

ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.

5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,

die sich hier niedergelassen hatten.

6 Als das Rauschen einsetzte,

strömten sie zusammen.

Sie waren verstört,

denn jeder hörte sie

in seiner eigenen Sprache reden.

7 Erstaunt und verwundert sagten sie:

»Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa,

die hier reden?

8 Wie kommt es, dass jeder von uns

sie in seiner Muttersprache reden hört?

9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.

Wir stammen aus Mesopotamien,

Judäa, Kappadozien,

aus Pontus und der Provinz Asien,

10 aus Phrygien und Pamphylien.

Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen,

ja sogar aus Rom sind Besucher hier.

11 Wir sind Juden von Geburt an

und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind.

Auch Kreter und Araber sind dabei.

Wir alle hören diese Leute

in unseren eigenen Sprachen erzählen,

was Gott Großes getan hat.«

12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen:

»Was hat das wohl zu bedeuten?«

13 Wieder andere spotteten:

»Die haben zu viel neuen Wein getrunken!«

 

14 Da trat Petrus vor die Menge

und mit ihm die anderen elf Apostel.

Mit lauter Stimme rief er ihnen zu:

»Ihr Männer von Judäa! Bewohner von Jerusalem!

Lasst euch erklären, was hier vorgeht,

und hört mir gut zu!

15 Diese Leute sind nicht betrunken, wie ihr meint.

Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.

16 Nein, was hier geschieht,

hat der Prophet Joel vorhergesagt:

17 ›Gott spricht: Das wird in den letzten Tagen geschehen:

Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen.

Eure Söhne und eure Töchter werden als Propheten reden.

Eure jungen Männer werden Visionen schauen

und eure Alten von Gott gesandte Träume träumen.

18 Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen,

werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen.…

21 Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft,

wird gerettet werden!‹

                                      (Text aus der BasisBibel)

 

Predigt

Pfingsten geht es ums „Verstehen“.

In einem doppelten Sinn:

Zum einen verstehen Menschen in der Pfingstgeschichte plötzlich,

wie gut es Gott mit ihnen meint.

Dass Gott Jesus vom Tod auferweckt hat

und dass Jesus dann den Jüngern 40 Tage lang erschienen ist

und schließlich vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wurde –

alles das hat Gott ja nicht getan,

um die Jüngerinnen und Jünger mal schön über die Grenzen ihres Verstehens hinaus zu führen.

Sondern Gott hat das getan als „über-irdisches“ Zeichen:

„So gut meine ich es mit euch! Nichts soll euch von mir trennen.“

 

Und doch ist es eben ein Zeichen,

das größer ist, als jeder menschliche Geist es fassen kann.

Unser Denken bleibt gebunden an Zeit und Raum – an Anfang und Ende.

Das, was Gott für uns mit Jesus tut –

das Verwandeln des Endes in einen Anfang,

die Verwandlung des Gestorbenen in den Lebendigen –

das geht über alles, was Menschen kennen und wissen.

Das „verarbeitet“ man nicht mal eben so.

Das braucht eine Zeit, bis es in einer Seele wirkt.

 

40 Tage war Jesus bei den Jüngerinnen und Jüngern und zeigte sich als der Auferstandene.

40 Tage – das ist in der Bibel ein Symbol für eine „gefüllte Zeit“,

eine runde Sache, etwas Vollständiges.

Es braucht eben so lange, wie es dauert – aber es soll geschehen:

Dass ein Mensch versteht: „So gut meinst du, Gott, es mit mir. Danke!“

So kann dieses Wunder auch in deiner und meiner Seele wirken –

damit sich in dir und mir das „pfingstliche Verstehen“ ausbreitet.

 

Und wenn es dann soweit ist,

wenn das „Verstehen“, das Erfassen, das Erfasst-Sein von dieser guten Botschaft

endlich im Menschen zur Klarheit kommen –

dann will es heraus.

Dann will es gleich weiter zu den anderen Menschen.

Es muss „an die Luft“.

Vielleicht ist das der Punkt an der Pfingstgeschichte,

der uns dies Jahr einen kleinen Stich versetzt.

Hinaus – zu den anderen Menschen – zu aller Welt,

das ist uns auch nach Wochen des erzwungenen Abstands immer noch nicht geraten.

Aber wir müssen nicht zwingend „aus den Häusern rennen“,

um dem Geist Gottes gerecht zu werden.

Es geht auch anders.

 

Vielleicht wenn wir den anderen Aspekt des „Verstehens“ betrachten,

um das es Pfingsten geht.

Da verstehen sich plötzlich Menschen,

die vorher keinen Zugang zueinander hatten.

Da verbinden sich Menschen untereinander –

weil die frohe Botschaft, dass Gott es so gut mit uns allen meint,

in jeder Sprache sagbar ist.

Und weil man Gott in jeder Sprache der Welt loben kann.

Das ist der zweite Aspekt des „Verstehens“, um das es an Pfingsten geht.

Ein „Verstehen“, das Menschen zusammenbringt.

Das Trennendes nicht übersieht – aber überbrückt.

Eine wirklich „Mit-Menschlichkeit“ – mit den Nahen und den Fernen.

 

Dieses „Verstehen“ hat unter den Völkern

in diesen Tagen wieder einen schweren Stand.

Mit Beginn der gegenwärtigen Krise

haben zunächst wieder alle auf sich selbst geblickt.

Und das eine Volk wirft dem anderen vor: „Du bist Schuld an allem!“

Der Geist von Pfingsten fragt nicht zuerst, wer Schuld hat.

Sondern er lässt Menschen sich fragen:

„Was können wir denn jetzt tun?

Was ist jetzt menschlich, was hilft, was tröstet?“

Und mit dieser Kraft, die auch ein „Verstehen“ ist,

will Gott uns jederzeit stärken – auch in dieser Zeit.

Wenn wir an die vergangen Wochen denken,

dann erinnern wir uns an viele Nachrichten von Hilfsbereitschaft

und Hilfe und Mitmenschlichkeit.

Das waren Nachrichten, die uns sehr bewegt haben.

Das war wirklich schön zu sehen, zu hören und zu erleben.

Und Gott möge uns zu Pfingsten schenken,

dass wir diese Kraft nicht zu schnell wieder verlieren.

Wir werden sie noch lange brauchen –

wir brauchen sie ja eigentlich immer.

Aber es gibt auch andere Kräfte, die an uns wirken –

auch das sehen und hören wir aus unserer Welt:

Zwischen den Völkern, zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe oder Herkunft.

Nicht nur in Minneapolis oder in Syrien.

Auch vor einem Jahr in Wolfhagen-Istha beim Mord an Walter Lübcke.

Und auch da, wo Menschen sich sagen:

„Ich will mich nicht für andere einschränken lassen.“

Da überall fehlt das, was Gottes Geisteskraft in uns wirken will:

Dass wir einander „verstehen“ als von Gott gewollte und geliebte Menschen –

auch wenn uns unsere Bedürfnisse und unsere Lebensweise so unterscheiden.

 

Und wie anders könnte unsere Welt sein,

wenn Gottes Geisteskraft ungehindert wirken und sich entfalten könnte!

Wie viel Trennendes könnte durch ihr „Verstehen“ überbrückt werden!

Ich habe dieses „Verstehen“ in diesem Jahr bei meinem Besuch in Indien

bei unserer Partnerkirche wieder neu erlebt und schätzen gelernt.

Da, wo Menschen kein Englisch verstanden,

und wo meine zwei Worte in der örtlichen Landessprache nicht mehr weiter halfen –

und ich trotzdem gebeten wurde, für jemanden ein Gebet zu sprechen

oder von jemanden gesegnet wurde.

Da habe ich wieder erlebt, was wir in dem Pfingstlied singen:

„Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, / die uns verbindet und Leben schafft. /

Wie das Feuer sich verbreitet / und die Dunkelheit erhellt, /

so soll uns dein Geist ergreifen, / umgestalten unsre Welt.“ (EGplus +34,1)

 

Ich bin Gott dankbar für diese besonderen Erlebnisse.

Sie haben mich sehr bewegt.

Darum denke ich in diesen Tagen der Corona-Pandemie besonders

an die die Schwestern und Brüder in Indien.

Diese haben es zurzeit wirklich schwer;

ja, schwerer als wir hier in Europa.

Viele Familien konnten jetzt seit zwei Monaten kein Geld verdienen.

Die Kirchen versuchen, so gut es geht zu helfen –

aber auch ihnen geht jetzt das Geld aus.

Denn Gottesdienste sind derzeit nicht erlaubt –

und somit gibt es auch keine Kollekten.

Wenn wir unsere Partnerkirche in Indien in diesen Tagen unterstützen, 

mit unsern Gebeten – aber auch mit Spenden,

dann ist das auch ein schönes Zeichen „pfingstlichen Verstehens“.

 

Und eins dürfen wir wissen:

Die Schwestern und Brüder beten auch für uns –

weil sie wissen, dass sie uns so etwas ganz Besonderes zu geben haben.

Und so – mit der Hilfe von Gottes Geistkraft – eine Brücke zu uns schlagen.

So, wie wir auch – mit der Hilfe von Gottes Geistkraft –

Brücken zueinander unter uns schlagen können.

Wenn wir das „pfingstliche Verstehen“ in uns und unter uns wirken lassen:

„So gut meinst du, Gott, es mit mir.

Und so gut meinst du es, Gott, auch mit meiner Nachbarin und jedem Menschen –

dass du für uns Jesus aus dem Tod ins Leben holst – und uns mit ihm.

Wir teilen etwas ganz Wunderbares. Danke, Gott!“

Amen.

 

Lied EG 133 Zieh ein zu deinen Toren
EG 133 1+2+6+7.mp3
MP3-Audiodatei [2.6 MB]

 

Gebet

Das Gebet hat als wiederkehrenden Gebetsruf den folgenden Vers, den Sie beim Lesen gerne laut sprechen können:

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft,

die uns verbindet und Leben schafft.

 

Ewiger Gott, lieber Vater im Himmel,

du willst das Leben in dieser Welt.

Du willst Lebendigkeit und Verstehen und Mitmenschlichkeit unter uns Menschen.

Wir öffnen uns deiner guten Kraft und rufen:

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft,

die uns verbindet und Leben schafft.

 

Gott, gib uns viel von deiner Kraft, die uns hilft, unseren Nächsten zu verstehen.

Dass wir wahrnehmen, was die Menschen in unserer Nähe brauchen.

Dass wir die nicht vergessen, die uns fremd geworden sind.

Dass wir nicht gleichgültig werden gegenüber dem Leid so vieler Menschen in der Welt.

Wir öffnen uns deiner guten Kraft und rufen:

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft,

die uns verbindet und Leben schafft.

 

Gott, gib uns viel von deinem Frieden, der alles Denken und Begreifen übersteigt.

Dass wir uns selbst annehmen – weil du uns als liebenswert angenommen hast.

Dass wir unsere Grenzen akzeptieren – die unseres Könnens und die unseres Lebens.

Dass wir Vertrauen fassen ins Morgen – weil es dein neuer Tag für uns ist.

Wir öffnen uns deiner guten Kraft und rufen:

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft,

die uns verbindet und Leben schafft.

 

Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen schwere Lasten tragen:

Die einen lieben Menschen verloren haben.

Denen die Nähe vertrauter Menschen fehlt.

Die sich um ihre Zukunft sorgen.

Die Angst haben vor Entwicklungen, die sie nicht beeinflussen können.

Wir öffnen uns deiner guten Kraft und rufen:

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft,

die uns verbindet und Leben schafft.

 

Ewiger Gott, lieber Vater im Himmel,

du kennst uns und weißt was uns bewegt.

In der Stille bringen wir uns vor dich.

 

 - hier können eigene Gebetsanliegen geäußert werden - 

 

Und wir beten gemeinsam mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Lied EG 395 Vertraut den neuen Wegen
EG 395.mp3
MP3-Audiodatei [1.8 MB]

 

Mitteilung

Ab kommenden Sonntag, den 7. Juni, feiern wir wieder wöchentlich in einer unserer Kirchen.

 

Die „Gottesdienste unter Coronabedingungen“ werden anders sein, als gewohnt:

Sie werden kürzer sein (20-30 Minuten),

auch dürfen wir nicht gemeinsam singen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen (auch bei Freiluftgottesdiensten!),

und in den Kirchen wird es ausgewiesene Plätze geben,

um den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten.

 

Der Online-Lesegottesdienst bleibt bis zur Aufhebung der „Corona-Bedingungen“ erhalten.

 

Gott gebe uns seinen Segen zu unseren kommenden Gottesdiensten

und Gott segne uns für diese Zeit:

 

 

SEGEN

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

Musik zu EG 272 Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen
EG 272 Ich lobe meine Gott - Finale.mp3
MP3-Audiodatei [3.5 MB]

 

 

Das Lied für diese Zeit: "Selig seid ihr" (EG 599)

Lied EG 599 Selig seid ihr
EG 599.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

Bitte unterstützen Sie unsere Partnerkirche in Indien

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