Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen-Brunslar-Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen-Brunslar-Deute

6. Sonntag nach Trinitatis (24. Juli 2022) 

An diesem Sonntag feiern wir den Gottesdienst online – darum hier der Lesegottesdienst mit einer Predigt von Frank Morgner - mit herzlichen Grüßen Ihr Pfr. Sebastian Voß.

 

Die Musik in diesem Gottesdienst wurde eingespielt von Oliver Persch (EG 455 und EGplus +153), Manuel Wunsch (EG 200) und Katja Köhler-Nachnebel (EGplus +60) – vielen herzlichen Dank!

Eröffnung des Gottesdienstes

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Herzlich Willkommen zum Lesegottesdienst - schön, dass Sie da sind.

 

Erinnerung an deine Taufe – das ist der Mittelpunkt dieses Sonntags.

Was dir von Gott geschenkt ist –

durch sein Versprechen –

verbunden mit dem Wasser der Taufe:

 

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;

ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

(Jesaja 43,1)

 

Mit diesem Vertrauen segne Gott uns diesen Gottesdienst.

Amen.

 

 

Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

EG 455 Morgenlicht leuchtet OP.mp3
MP3-Audiodatei [2.9 MB]

 

 

Wir beten mit Worten aus Psalm 8

 

HERR, unser Herrscher,

wie machtvoll klingt dein Name auf der ganzen Erde!

Deine Herrlichkeit strahlt über dem Himmel auf!

       Dem Geschrei von Säuglingen und Kindern

       hast du Macht verliehen über deine Widersacher.

Schaue ich hinauf zum Himmel,

staune ich über das Werk deiner Finger.

Betrachte ich den Mond und die Sterne,

die du dort oben befestigt hast, so frage ich:

       Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

       Wie wertvoll ist das Menschenkind,

       dass du dich um es kümmerst?

Kaum geringer als Gott –

so hast du den Menschen geschaffen.

       Du schmückst ihn mit einer Krone –

       sie verleiht ihm Herrlichkeit und Würde.

       HERR, unser Herrscher,

       wie machtvoll klingt dein Name auf der ganzen Erde!

 

 

 

Die Lesung für den Gottesdienst steht im Römerbrief 6,3-8

3 Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

 

 

 

Lied EG 200 Ich bin getauft auf deinen Namen

EG 200,1-3.mp3
MP3-Audiodatei [1.8 MB]

 

 

 

 

Predigt „Die Taufe – ein Fest des Lebens“ 

(zu Römer 6,3-8 von Frank Morgner)

 

1. „Tauftag“

An einem Tauftag gibt es nur glückliche Gesichter:

Da ist der meist noch kleine Täufling.

Da sind Eltern, die sich über ihr Kind freuen.

Da sind Patinnen und Paten,

die stolz das Patenamt übernehmen.

Da ist die Familie mit Geschwistern

und Großeltern, Tanten und Onkeln,

die beim ersten großen Fest dabei sind.

Und Freundinnen und Freunde der Familie,

die sich einfach mitfreuen und mitfeiern.

Und da ist nicht zuletzt auch die Gemeinde.

Denn in der Taufe werden Täuflinge offiziell in die Gemeinde aufgenommen.

Kurz: An diesem Tag gibt es glückliche Gesichter.

Taufe ist ein Fest. Ein Fest des Lebens. Ein Tag der Freude.

 

Mitten hinein in alle Freude kommt nun der Apostel Paulus mit seinem Brief an die Gemeinde in Rom.

Doch wenn er über die Taufe schreibt, klingt sein Text so gar nicht nach glücklichen Gesichtern. Verstörend klingt gleich seine erste Frage:

„Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod.“

2. „Was passiert hier?“

Wie bitte? Lieber Paulus, wer möchte bei der Taufe schon an den Tod erinnert werden?

Im Gegenteil! Taufe ist ein Fest des Lebens.

Also verschrecke uns nicht mit Reden von Tod und Begräbnis.

Vor allem, wenn kleine Kinder getauft werden.

Sie stehen ganz am Anfang ihres Lebens.

Da sind alle Gedanken an das Lebensende völlig unangebracht.

Solche Leute soll es ja geben: Die eine Feier nicht genießen können.

Die immer Wasser in den Wein gießen müssen.

Die sich nicht über den Moment freuen,

weil sie immer schon vor Augen haben, was morgen schiefgehen könnte.

 

Ob Paulus so einer war? Einer, der sich nicht mit anderen freuen konnte?

Ich glaube, Paulus geht es um etwas anderes.

Denn Paulus versucht zu erklären, was in der Taufe geschieht.

Was passiert, wenn wir Kinder oder auch Erwachsene taufen.

Und das ist etwas unglaublich Schönes.

Ein Grund zur Freude und Dankbarkeit.

 

3. „Für immer verbunden“

In der Taufe werden wir auf geheimnisvolle Weise mit Christus verbunden.

Durch die Taufe sind wir mit ihm – so schreibt es Paulus – „zusammengewachsen“ (V. 5).

Das heißt: Gott knüpft in der Taufe ein Band zwischen mir und Christus.

Er stellt eine Verbindung her, die so fest ist, dass sie nicht mehr zerstört werden kann.

Nichts und niemand kann diese Verbindung auseinanderreißen.

Zwei Kapitel später beschreibt Paulus, was das bedeutet:

„Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten,

weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur

kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Römer 8,38f.)

Im Wasser der Taufe wird diese Verbindung besiegelt.

Diese Verbindung bleibt bestehen.

 

Für Martin Luther war das Zeit seines Lebens eine Hoffnung,

die ihn in mancher schweren Stunde aufgerichtet hat.

Dann nahm er ein Stück Kreide und schrieb auf den Tisch oder auf die Wand: „Ich bin getauft!“

Luther wusste: Ich bin Gottes geliebtes Kind.

Weil ich getauft bin, kann mich niemand aus der Hand meines Vaters reißen.

Ich bin mit Jesus Christus untrennbar verbunden – im Leben und im Sterben.

In der Taufe bin ich mit Christus „zusammengewachsen“ (V. 5).

 

4. „Eins mit Christus!“

Aber Paulus geht noch weiter.

Wir werden nicht nur mit Christus verbunden, wir werden sogar eins mit Christus!

Wir sind in der Taufe „ihm gleich geworden“ wie es heißt.

Und dann schreibt er davon, wie wir in der Taufe mit Christus gekreuzigt, gestorben und begraben sind. Diese düsteren Worte, die wir bei der Taufe eigentlich nicht hören wollen –

die aber genau das ausdrücken, was in der Taufe im übertragenen Sinne geschieht:

Wer – zumal als Erwachsener – getauft wird, lässt sein altes Leben zurück

und wird in ein neues Leben hineingeboren,

in dem wir als Christinnen und Christen fortan wandeln sollen.

 

Dabei hatte Paulus die damalige Taufpraxis vor Augen.

Meist wurden seinerzeit Erwachsene getauft.

Menschen, die zum Glauben gekommen waren.

Die nach einer Zeit der Vorbereitung mit der Taufe in die Gemeinde aufgenommen wurden.

Bei der Taufhandlung wurden die Täuflinge in einem Wasserbecken vollständig untergetaucht.

Wenn jemand ins Wasser stieg und untertauchte, war es, als ob er begraben würde.

Tauchte er wieder auf, war es, als ob er aus dem Grab auferstehen würde.

Die Taufe war ein Symbol für das Sterben und wieder Auferstehen.

Dem alten Leben ohne Glauben, ohne Verbindung zu Gott waren die Menschen damit weggestorben.

Zu einem anderen Leben unter der Liebe und Gnade Gottes waren sie auferstanden.

Als Menschen dieser Welt tauchten sie unter, als Menschen in Christus tauchten sie wieder auf.

 

5. „Abgewaschen“

Abgewaschen wird dabei alles, was uns von Gott trennt.

Was uns von ihm wegziehen und abbringen will.

Paulus nennt das „Sünde“.

Es sind Kräfte, Mächte und Gewalten, die uns in ihren Bann ziehen.

Die uns abbringen wollen von Gott und einem Leben an seiner Seite.

Die uns einreden wollen, dass wir nur aus uns selbst und in uns selbst und für uns selbst leben.

Aber diesen Mächten sind wir mit der Taufe gestorben.

Wir leben in, mit und unter einem neuen Herrn.

Die Sünde ist nicht länger unser Chef. Sie hat uns nichts mehr zu sagen.

Wir sind durch Christus „frei geworden von der Sünde“ (V. 7) wie Paulus schreibt.

Unser Leben steht mit der Taufe unter einem neuen Vorzeichen.

 

Und im Licht einer neuen Hoffnung.

Denn wenn wir – wie es in Vers acht heißt – „mit Christus gestorben sind,

so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden“.

Mit Christus eins werden heißt nicht nur, mit Christus zu sterben, sondern auch mit ihm aufzuerstehen.

Auf ein Leben zu hoffen, das über unser Leben hinausreicht, hinein in Gottes ewige Herrlichkeit.

Bis diese Herrlichkeit einmal anbricht, gilt es, das Leben hier und jetzt zu gestalten.

Mit all seinen Chancen. Mit all seinen Begrenzungen und Gefährdungen.

Aber alles in allem, eine leichte Aufgabe. Denn wie sagte Martin Luther einmal:

„All das Leben, das ein rechtgläubiger Christ nach der Taufe führt,

ist nicht mehr als ein Warten auf die Offenbarung der Seligkeit, die er schon hat.“

 

6. „Vergiss es nie!“

Daran möchte ich mich heute von Paulus erinnern lassen.

An das Geschenk meiner eigenen Taufe.

Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Eine ist, am Tauftag die Taufkerze anzuzünden.

Einmal im Jahr die eigene Taufe feiern.

Oder in dieser Woche einmal am Tag einen Stift in die Hand zu nehmen

und wie Martin Luther aufschreiben: „Ich bin getauft!“

Es muss ja nicht die Wand sein, auf der Sie sich verewigen.

Aber sich täglich ein paar Minuten Zeit nehmen, diesen Satz auf sich wirken zu lassen.

 

In der Urlaubszeit gibt es viele Möglichkeiten zur persönlichen Tauferinnerung.

Viele fahren in diesem Jahr in den Ferien wieder in den Urlaub.

Ins In- und Ausland. An bekannte oder auch ganz neue Orte, die es zu entdecken gilt.

Viele nutzen dabei auch die Gelegenheit, die örtlichen Kirchen zu besichtigen.

Warum also nicht bewusst in einer katholischen Kirche mal die Finger ins Weihwasserbecken tauchen,

sich zu bekreuzigen und damit an die eigene Taufe erinnern?

Ein kleines Zeichen, das uns in der evangelischen Kirche leider verloren gegangen ist.

 

Oder in einer anderen Kirche einfach mal den dortigen Taufstein genauer anschauen.

Oft sind Taufsteine wunderbar ausgearbeitet. Mit verschiedenen Symbolen versehen.

Da gibt es viel zu entdecken.

Und dann seine persönliche Tauferinnerung zu feiern,

sich an die eigene Taufe erinnern zu lassen, durch die ich verbunden bin mit Jesus Christus –

in Tod, Auferstehung und Leben.

Denn Taufe ist ein Fest des Lebens.

Ein Tag, an dem es nur glückliche Gesichter gibt.

Amen.

 

 

 

Lied EGplus +60  Vergiss es nie

Fürbitte

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Wir sind getauft: Im Wasser und im Wort hast du uns angenommen.

Du hast uns erwählt und gereinigt.

Du willst uns hüten und bewahren.

Stärke den Glauben, die Liebe, die Hoffnung.

 

Wir beten für die Christen in allen Kirchen und Konfessionen:

Sie sind getauft, deine Kinder und Erben wie wir.

Mach das Gemeinsame offenkundig, versöhne die Verschiedenheiten.

Fördere die Einheit der Christen.

 

Wir vereinen uns mit den Menschen, die sich am Leben freuen können.

Hilf uns, Gott, unsere Freude, unser Glück mit anderen zu teilen.

Wir sehen auch die Leidenden und Alleingelassenen,

die von Unrecht, Gewalt und Krieg Bedrohten in aller Welt.

Gott bewahre uns davor, dass wir so leben, als gäbe es sie nicht.

Schenke deinen Geist des Friedens für unsere Welt.

 

Gott, du kennst uns tiefer als wir uns selbst.

Vor dich bringen wir, was uns in diesen Tagen bewegt:

 - hier können persönliche Gebetsanliegen genannt werden –

 

Gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

Lied EGplus+153 Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen 

 

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

 

Fragen für die Konfis:

 

Wenn Du mir eine Email mit Deinen Antworten zu diesem Gottesdienst schickst (= alle Fragen beantworten!!!),

dann bekomomst Du von mir die UNterschrift in Deinen Gottesdienstpass - Email an: sebastian.voss@ekkw.de

 

 

Fragen an die Konfis:

1. Was hat sich Martin Luther auf den Tisch oder an die Wand geschrieben, wenn er schlecht drauf war?

2. Was meint Paulus mit dem Wort „Sünde“ (schau in Abschnitt 5)

3. Hast du eine Taufkerze? Zünde sie an und schick mir ein Foto davon per Email.

Bitte beachten Sie:

Nach Pfingsten (5.6.2022) wird der Online-Lese-Gottesdienst

nicht mehr zu jedem Sonntag aktualisiert,

sondern nur noch in unregelmäßigen Abständen

(etwa, wenn im Gottesdienstplan "Online-Gottesdienst" steht).

 

Wir freuen uns auf gemeinsame Gottesdienste in unseren Kirchen.

Hier finden Sie den aktuellen Gottesdienstplan

 

Sollte sich die pandemische Situation noch einmal wieder verschärfen,

kann es wieder einen wöchentlichen Lese-Gottesdienst geben.

 

 

 

Bitte um eine Kollekte

Aus den Kollekten im August 2022 soll das Diakonische Werk im Schwalm-Eder-Kreis bei der Anschaffung eines Dienstfahrzeugs für die Obdachlosenhilfe unterstützt werden. 

 

Wenn Sie eine Kollekte geben wollen, können Sie dies entweder per Überweisung tun – oder Sie können Ihre Kollekte in bar im Pfarramt in Wolfershausen abgeben.

 

Bankverbindung:

Kirchenkreisamt Schwalm-Eder

IBAN: DE46 5206 0410 0002 1001 00 (ACHTUNG: Neue Kontonummer!)

Verwendungszweck „Kollekte WBD August 2022“

 

Eine Online-Spende für die Unterstützung von Kriegsflüchtlingen ist hier möglich:

EG 599 Selig seid ihr RH.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

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