Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute
Ev. Kirchengemeinde Wolfershausen Brunslar Deute

5. Sonntag nach Ostern - Rogate (22. Mai 2022) 

Hier für Sie der aktuelle Lesegottesdienst mit den Worten einer Liturgie aus Iona (Schottland), übersetzt von Pfarrerin Nora Dinges (Neukirchen / Knüll) - mit hezlichen Grüßen von Pfarrer Sebastian Voß.

 

Die Musik für die Lieder in diesem Gottesdienst haben eingespielt:

Oliver Persch und dem Posaunenchor Wolfershausen (+87, +112, +54, +39), Katja Köhler-Nachtnebel (626) und Rita Hesse-Brand (+142) - vielen herzlichen Dank dafür!

Die Texte zu den Liedern finden sich im EG (Ev. Gesangbuch) und im Beiheft EGplus

 

Eröffnung des Gottesdienstes

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Herzlich Willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Rogate.

Dieser Sonntag trägt eine Aufforderung als Namen:

„Betet! Bittet!“

Am Sonntag Rogate denken wir in unserer Kirche

auch immer besonders an unsere Kirchen-Partnerschaften.

In unserm Kirchenkreis ist das die Partnerschaft mit der Church of South-India,

mit der Diözese im Norden des indischen Bundesstaats Karnataka.

 

In unserm Gottesdienst haben wir heute besondere Gäste:

Bischof Rev. Dr. Martin C. Borgai

und Secretary Vijaykumar V. Dandin - 

beide kommen aus Dharwad.

 

Zu Gast ist ebenfalls Pfr. Bernd Müller

aus dem Dezernat für Ökumene und Kirchenpartnerschaften unserer Landeskirche.

 

Schön, dass unsere Verbundenheit heute sichtbar wird,

wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern.

Gott segne uns diesen Gottesdienst. Amen.

 

 

 

 

Lied EGplus +87 Lobe den Herrn, meine Seele

 

 

Wir beten die WOrte von Psalm 67 (EGplus +170)

Alle: Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

 

1 Gott sei uns gnädig und segne uns,

er lasse uns sein Antlitz leuchten,

 

2 dass man auf Erden erkenne deinen Weg,

unter allen Heiden dein Heil.

 

Alle: Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

 

1 Die Völker freuen sich und jauchzen,

dass du die Menschen recht richtest

 

2 und regierst die Völker auf Erden.

 

Alle: Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

 

1 Das Land gibt sein Gewächs;

es segne uns Gott, unser Gott!

 

2 Es segne uns Gott,

und alle Welt fürchte ihn!

 

Alle: Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

 

 

 

Wir hören das Evangelium bei Lukas im 11. Kapitel

5 Jesus sagt zu seinen Jüngern:

»Stellt euch vor:

Einer von euch hat einen Freund.

Mitten in der Nacht geht er zu ihm und sagt:

›Mein Freund, leihe mir doch drei Brote!

6 Ein Freund hat auf seiner Reise bei mir haltgemacht

und ich habe nichts im Haus, was ich ihm anbieten kann.‹

7 Aber von drinnen kommt die Antwort:

›Lass mich in Ruhe!

Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder liegen bei mir im Bett.

Ich kann jetzt nicht aufstehen und dir etwas geben.‹

8 Das sage ich euch:

Schließlich wird er doch aufstehen und ihm geben, was er braucht –

nicht aus Freundschaft, aber wegen seiner Unverschämtheit.

9 Deshalb sage ich euch:

Bittet und es wird euch gegeben!

Sucht und ihr werdet finden!

Klopft an und es wird euch aufgemacht!

10 Denn wer bittet, der bekommt.

Und wer sucht, der findet.

Und wer anklopft, dem wird aufgemacht.

 

 

 

Lied EGplus +112,1+2 Gottes Spuren

 

 

Predigt zu Lukas 11,5-10

I.

Wie gut bist du eigentlich darin,

jemanden um etwas zu bitten?

Fällt dir das leicht?

Oder „kommt es drauf an“?

 

Die Person in der Geschichte, die Jesus erzählt,

scheint ja kein Problem damit zu haben.

Sturmklingeln um 1 Uhr nachts.

„Ja, tut mir Leid – aber das Essen ist alle.

Hast du nicht vielleicht noch etwas,

was ich anbieten könnte …?“

 

Wie findest du das Benehmen?

Würdest du dich so verhalten?

Möchtest du so wahrgenommen werden?

 

Aber: Jesus erzählt, dass genau diese Person

am Ende bekommen wird, was sie braucht.

Hartnäckigkeit lohnt sich.

Auch Hartnäckigkeit beim Bitten.

Auch beim Bitten um Hilfe.

 

Aber warum ist dann trotzdem immer wieder so schwer, um etwas wichtiges zu bitten?

Es gibt ja Männer, die fragen nie nach dem Weg –

selbst wenn sie sich total verirrt haben.

Das mag ja noch irgendwie lustig sein;

aber wie viele Frauen und Männer erzählen mir,

wie schwer ihnen fällt,

auch nahen Menschen Bitten anzutragen.

Man möchte ja niemanden zur Last fallen.

Man möchte ja nicht immer die Kinder bitten,

um ein bisschen mehr Zeit,

um ein bisschen mehr Aufmerksamkeit,

um ein bisschen mehr Verständnis.

 

Immer wieder höre ich davon, wie schwer das fällt:

Andere Menschen um etwas zu bitten.

Und oft denke ich:

Wie viel leichter wäre unser Leben,

wenn wir uns da nicht so oft selbst im Weg stünden.

Wenn wir mehr vertrauen könnten.

 

Und wie ist das mit dem, von dem Jesus im Evangelium eigentlich sprechen will?

Wie gut bist du darin, Gott um etwas zu bitten?

Fällt dir das leicht?

Machst du das überhaupt?

Oder hast du schon aufgehört?

Oder hast du irgendwann wieder damit angefangen?

Und wem könntest du davon erzählen?

Mit wem könntest du darüber sprechen?

 

Wie gut ist es, dass Jesus es selber immer wieder anspricht.

Jesus will dir Mut machen:

Wende dich an Gott.

Bitte Gott um das, was dir auf dem Herzen liegt.

Sei zur Not hartnäckig.

Dein Gebet geht nicht ins Leere.

Es wird sich etwas ergeben.

Und genau dafür will Jesus uns die Augen öffnen.

 

II.

Mit den Konfis haben wir neulich eine Übung draus gemacht.

Wir haben uns richtig auf den Weg gemacht,

damit uns deutlicher wird,

was geschieht, wenn man Gott um etwas bittet.

 

Wir waren also richtig auf dem Weg –

ein Gang durch unser Dorf.

Und das besondere war: Es war ein stiller Gang.

Ganz ohne Gespräch – das ist nicht leicht für so eine Gruppe.

Aber es hat irgendwann geklappt.

Das war die erste Schritt auf dem Weg des Gebets: Still werden.

 

Dann der zweite Schritt: Worte wagen.

Dass man sich darauf besinnt, was man an Gott richten möchte.

Ist es eine Frage?

Eine Bitte?

Ein Wunsch?

Oder etwas, wofür ich dankbar bin?

Die Konfirmanden haben eine Frage an Gott aufgeschrieben.

Auf einen kleinen Zettel, nur für sich.

Und den haben sie erstmal in die Tasche gesteckt.

Damit sind wir weiter gegangen.

Bis zum Fluss.

 

Dort der dritte Schritt: Loslassen.

Die Frage sollte symbolisch in den Fluss geworfen werden.

Loslassen – die Frage abgeben.

Das ist übrigens gar nicht so leicht, wenn man Gegenwind hat.

Da kam die Frage manches Mal zurück geweht.

Da brauchte es auch Hartnäckigkeit.

 

Und dann?

Dann fängt es eigentlich erst an.

Denn dann kommt der vierte Schritt:

Dann musst du dich dafür öffnen, dass etwas passiert.

Du musst dich dafür bereithalten,

dass dein Gebet zu Gott eine Wirkung entfaltet.

Welche Wirkung das ist? –

Das hast du nicht mehr in der Hand.

Das liegt bei Gott.

Vielleicht passiert etwas ganz anderes, als du gedacht hast.

Aber was auch immer am Ende passieren mag –

das eigentliche Wunder liegt dem schon voraus.

Denn wenn du dich für die Erwartung öffnest,

dass Gott etwas aus deinem Gebet macht,

dann wirst du die Welt anders sehen.

Dann hältst du Ausschau nach Spuren Gottes,

nach Spuren, die Gott für dich ausgelegt hat.

Dann kann überall eine Antwort auf dich warten.

 

Und dann bekommen auch die Wort von Jesus, auf die seine Geschichte zielen,

einen wunderbaren Klang:

Denn wer bittet, der bekommt.

Und wer sucht, der findet.

Und wer anklopft, dem wird aufgemacht. (Lukas 11,10)

 

III.

Für mich sind das die schönsten Worte, die Jesus gesagt hat.

(Übrigens auch ein super Konfirmationsspruch!)

Weil sie mich mit Gottes Möglichkeiten rechnen lassen.

Und weil sie auch mich selbst verändern.

Womöglich auf eine Weise, mit der ich nicht gerechnet habe.

Oder auf eine Weise, die ich schon ahne,

zu der ich aber erst noch einen mutigen Schritt gehen muss.

So wie in der Geschichte,

die auch die Konfis auf dem Weg ins Gebet begleitet hat:

 

Auf der Bank

„Zwei Männer sitzen auf einer Bank im Park.

Fragt der eine: „Wenn du Gott eine Frage stellen könntest,

was würdest du ihn fragen?“

Sagt der andere:

„Warum Gott all das Leid in der Welt zulässt?“

Darauf der Erste:

„Und warum machst du es nicht?“ –

„Weil ich Angst habe, dass er mich das Gleiche fragt!“     (Text aus Magazin „Andere Zeiten“ 2022)

 

Auch das ist eine Antwort auf ein Gebet.

Und dazu gar keine unwahrscheinliche Antwort.

Da ist die Antwort sogar schon da,

bevor die Bitte ausgesprochen worden ist.

Uns selbst, wenn es (wie in dieser kleinen Geschichte),

eine neue Frage ist:

Auch das ist eine Spur Gottes in der Welt.

Eine neue Spur auf dem Weg,

den Gott uns in dieser Welt gehen lassen will

Und es ist ein Zeichen – fast wie ein Regenbogen:

Gott geht mit uns.

Das wissen wir,

weil wir diese wunderbare Verheißung für unser Leben haben:

Jesus Christus verspricht:

Bittet und es wird euch gegeben!

Sucht und ihr werdet finden!

Klopft an und es wird euch aufgemacht!

Denn wer bittet, der bekommt.

Und wer sucht, der findet.

Und wer anklopft, dem wird aufgemacht. (Lukas 11,9+10)

Amen.

 

 

 

Lied EGplus +54 Vater, unser Vater

Fürbitte [Gott, erhöre uns]

Großer Gott, kein Wort, das wir an dich richten, ist dir zu unwürdig.

Kein Menschenkind, das zu dir ruft, ist dir zu unbedeutend.

Das lässt du uns durch Jesus sagen.

Gemeinsam bitten wir dich: Stärke unser Vertrauen auf dich nach seinem Vorbild –

damit wir dich von Herzen „Vater“ nennen und alles Gute von dir erhoffen.

Beschenke uns mit deinem Heiligen Geist, der uns mit dir und deinem Sohn verbindet –

so können wir die Zeit bestehen.

 

Wir bringen vor dich die Menschen, deren Schicksal uns bewegt.

Deren Krankheit, Traurigkeit und Einsamkeit uns anrührt –

für die wir deine Nähe erbitten.

 

Wir rufen: Gott, erhöre uns!

 

Wir bringen vor dich die Menschen,

mit denen wir im Guten und im Schweren verbunden sind:

Unsere Familien, Freunde und Arbeitskollegen –

für die wir dein Geleit und Segen erbitten.

 

Wir rufen: Gott, erhöre uns!

 

Wir bringen vor dich unsere Sorge um unsere Welt.

Unseren Wunsch nach Frieden in all den unbefriedeten Ländern dieser Erde –

unsern Wunsch nach einem Ende des Krieges in der Ukraine.

Wir bringen vor dich unsere Sorge um die Gesundheit unseres Planeten –

unseren Wunsch nach einer guten Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder:

 

Wir rufen: Gott, erhöre uns!

 

Gott, wir danken dir, dass du uns im Glauben verbindest mit Menschen in aller Welt.

Wir danken dir für die Brüder und Schwestern in der Kirche in Nord-Karnataka.

Wir danken dir, dass wir heute hier

zusammen mit Bischof Martin C. Borgai

und Vijaykumar Dandin diesen Gottesdienst feiern können.

Segne du ihren Dienst.

Segne alle Gemeinden, die Pfarrerinnen und Pfarrer,

die Gemeindeleitungen.

Stärke uns gemeinsam im Glauben, der Hoffnung und der Liebe.

 

Wir rufen: Gott, erhöre uns!

 

 

Gott, du hast uns in Jesus Christus zugesagt, dass du uns hörst.

Wir bringen in der Stille vor dich, was uns in diesen Tagen bewegt:

             Hier können eigene Gebetsanliegen genannt werden.

Wir rufen: Gott, erhöre uns!

 

Großer Gott, kein Wort, das wir an dich richten, ist dir zu unwürdig.

Kein Menschenkind, das zu dir ruft, ist dir zu unbedeutend.

Dafür danken wir dir.

Und wir beten gemeinsam, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

 

Lied EGplus +37,1+2 Möge die Straße uns zusammen führen

06 EGplus +37,1-3 PC.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

 

Fragen für die Konfis:

Du musst für den Online-Gottesdienstnachweis heute zwei Fragen beantworten:

 

1. Zum Evangelium: Was meinst du: Für wen steht die Person, die nachts an der Tür klopft - für einen menschen oder für Gott?

 

2. Für welche Bitte hast du mal richtig Mut gebraucht? 

 

3. Der "Weg ins Gebet", den die Predigt beschreibt, hat vier Schritte - wie werden sie dort genannt?

 

Bitte um eine Kollekte

"Kirche-Sein weltweit": Aus den Kollekten im Mai 2022 sollen die Arbeit für Kriegsflüchtlingen in den Kirchen der Nachbarländer der Ukraine unterstützt werden und die Arbeit unserer Partnerkirche in Südindien (Church of South India - Karnataka Northern Diocese) gefördert werden.

Wenn Sie eine Kollekte geben wollen, können Sie dies entweder per Überweisung tun – oder Sie können Ihre Kollekte in bar im Pfarramt in Wolfershausen abgeben.

 

Bankverbindung:

Kirchenkreisamt Schwalm-Eder

IBAN: DE46 5206 0410 0002 1001 00 (ACHTUNG: Neue Kontonummer!)

Verwendungszweck „Kollekte WBD Mai 2022“

 

Eine Online-Spende für die Unterstützung von Kriegsflüchtlingen ist hier möglich:

EG 599 Selig seid ihr RH.mp3
MP3-Audiodatei [2.1 MB]

 

 

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